Sakramenter
Inhalt
Die Taufe
Liebe Patin, lieber Pate,
mit Ihnen verwandte oder befreundete Eltern haben Sie gefragt, ob Sie bei der Taufe ihres Kindes das Patinnen- oder Patenamt übernehmen.
Vielleicht fragen Sie sich nun, was kommt denn damit auf mich zu?
Zunächst einmal ist es ein deutliches Zeichen, dass diese Eltern Ihnen vertrauen. Sie wünschen, dass auch Sie für ihr Kind da sind. Die Beziehung zu Ihnen, Ihre Art zu leben, Ihre Art Gottes Geschichte mit Ihnen in Ihrem Leben zu entdecken, können Gründe für diese Eltern gewesen sein, Sie zu fragen.
Sie trauen Ihnen zu, die Entwicklung ihres Kindes hin zu einem gelingenden selbstständigen Leben zu begleiten. So sollen auch Sie von Jahr zu Jahr mehr zu einer wichtigen Vertrauensperson für das Kind werden, die dem Kind auch hilft, die Spur Gottes in seinem Leben zu entdecken.
Das Patinnenamt/ Patenamt ist bei der Taufe Erwachsener entstanden: Ein/e Christ/in - Mitglied der Kirche - bürgt für die/den Taufbewerber/-in und hilft ihr/ihm, im Glauben und in der Gemeinde heimisch zu werden.
Bei der Kindertaufe nun sollen Sie als Patin/Pate in ähnlicher Weise die Bereitschaft der ganzen Gemeinde ausdrücken, dem Kind Heimat zu geben. Auch beinhaltet dieses Amt, die Familie vor einer falschen Isolierung zu bewahren und die Eltern in ihrer Aufgabe zu unterstützen, den Glauben lebendig zu halten und weiterzugeben.
Wenn Sie dem neugeborenen Kind helfen möchten, seinen Platz im Leben, in der Welt und in der Kirche zu finden, der getragen ist durch den Glauben an einen menschen-freundlichen Gott, dann setzt das voraus, dass auch Sie getauft und gefirmt sind, das Sakrament der Eucharistie empfangen haben und der katholischen Kirche angehören.
Wenn Sie getauft sind, aber einer getrennten Kirche oder einer kirchlichen Gemeinschaft angehören, können Sie zusammen mit einer/einem katholischen Partner/ Partnerin christliche/r Zeugin/Zeuge bei der Taufe werden, wenn die Eltern das wünschen.
Gemeinsam mit den Eltern ein Kind ins Leben und in den christlichen Glauben hinein zu begleiten, ist eine schöne und verantwortungsvolle Aufgabe. Mut machend ist, dass auf diesem Weg, in diesem Prozess, Gott es ist, der von Anfang an begleitet und sowohl das Kind als auch Sie hinführt zu einem “Leben in Fülle” durch alle Höhen und Tiefen.
Auch Ihnen unseren ganz herzlichen Glückwunsch und dass Sie Ihrem Patenkind zum Segen werden.
Quelle: Für GOTT bist DU der Mittelpunkt – Handreichung für die Taufpastoral, Bischöfliches Generalvikariat Münster, Hauptabteilung Seelsorge
Die Firmung
Die Firmung ist eines der sieben Sakramente der katholischen Kirche. Dabei wird der Firmling nach kirchlichem Verständnis durch Gottes Geist gestärkt, ein Leben aus dem Glauben zu führen.
Chrisam-Öl versinnbildlicht die Erwählung
Spender des Firmsakramentes ist der Diözesanbischof (oder sein Weihbischof oder ein beauftragter Priester), der dem Firmling die Hand auflegt, die Stirn mit Chrisam-Öl salbt und die Worte spricht: „(Name), sei besiegelt durch die Gabe Gottes, den heiligen Geist.“ Die Salbung eines Menschen mit Öl versinnbildlicht seine Erwählung durch Gott und bringt Segensfülle, Stärkung und Heil zum Ausdruck.
Sakrament der Eingliederung
Mit der Firmung kommt zum Abschluss, was in der Taufe begonnen wurde: Durch die Taufe werden die Taufbewerber in die Kirche eingegliedert. In der frühen Christenheit waren Taufbewerber immer Erwachsene. In der Osternacht empfingen sie nach der Taufe das Sakrament der Firmung, das die Taufe besiegelte, und die Eucharistie. Taufe, Firmung und Eucharistie hießen und heißen darum Sakramente der Eingliederung (Initiationssakramente). Als man zur Säuglingstaufe überging, wurde die Firmung als Vollendung der Taufe zu einem späteren Zeitpunkt gespendet. Die Reihenfolge der Eingliederungssakramente änderte sich damit: Taufe, Eucharistie, Firmung. Gespendet wurden sie zu unterschiedlichen Zeitpunkten. So ist es heute noch. Erwachsene Taufbewerber empfangen dagegen noch alle drei Sakramente gemeinsam, hier hat man die Praxis der alten Kirche wieder aufleben lassen.
Bewußtes Ja zum Glauben
Jugendliche (mitunter auch Erwachsene), die als Kind getauft wurden, haben aber durch die spätere Firmung die Möglichkeit, ein bewußtes Ja zu ihrem Glauben zu sagen. Als Säuglinge war ihnen das nicht möglich. Ab jetzt sind auch weniger ihre Eltern als sie selbst für ihr Glaubensleben verantwortlich - eben als „erwachsene“ Gläubige.
Vorbereitungszeit
Für den Empfang der Firmung gibt es keinen traditionellen Tag. Jede Gemeinde stimmt einen Termin mit dem Bischof ab. Bis zur Firmung durchlaufen die Firmlinge eine Vorbereitungszeit von mehreren Monaten.
Peter Weidemann

